Jonnie_Therese_Boer
Jonnie + Thérèse Boer

De Librije 

Zwolle, Niederlande

    

Jonnies Playground

No. 38 / 50 Best, ★★★
Jonnie und Thérèse Boer haben durch den Umzug ihres Restaurants De Librije eine neue fantastische Wohlfühlwelt geschaffen.
Jonnie kam 1986 als Koch in die Librije, die zu dieser Zeit Ed Meijers gehörte. Mit 23 wurde er dort Küchenchef. Kurze Zeit später kam Thérèse als Sommeliere in das Restaurant. Zwischen den beiden muss es schnell “gefunkt“ haben, wie man so sagt. Bis heute bilden sie ein einzigartiges, sensationelles Team. Egal wo und wie, Jonnie und Thérèse werden immer in einem Atemzug genannt. 1993 kauften beide gemeinsam das Restaurant, gelegen an einer malerischen Gracht im niederländischen Städtchen Zwolle. 2008 eröffneten sie mutig das Librije’s Hotel in einem liebevoll renovierten Frauengefängnis. Darin das Zweitrestaurant Librije’s Zusje (Schwesterchen), das alsbald mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet wurde. Die Librije selbst hielt seit langem drei Sterne. Zwei Restaurants mit diesem Kampfgewicht und beide typisch Boer sind für eine kleine Stadt zu viel. So zog denn das Zusje in das Amsterdamer Luxushotel Waldorf Astoria, das Jonnie und Thérèse kulinarisch beraten. Die “alte“ Librije wurde geschlossen und befindet sich nun im großzügigen Atrium des Hotels, unter einem imposanten Glasdach. Man sitzt mit Blick in den Himmel, erlebt Sonne, Nacht, Wolken, Regen, Schnee fast hautnah. Natürlich hat so ein Schritt auch wirtschaftliche Vorteile, reduzierte sich doch die eigene Küchen- und Servicemannschaft um die Hälfte. Andererseits wurden in Amsterdam neue Arbeitsplätze geschaffen. Ganz grundsätzlich hat der Ortswechsel gut getan. Allen. Waren Vorgänge und Motivation in der alten Location etwas eingerostet, weht nun der Wind eines “Start ups“. Alle sind motiviert, lächeln, eine wunderbare Stimmung. Die springt begeisternd auf den Gast über. Und Jonnie, der sprüht vor Energie – nie hat er besser gekocht, nie war sein typischer Stil klarer und prägnanter. Die Naturverbundenheit des Chefs ist indes in vielen Artefakten zu finden. Dort steht keimendes Gemüse und ein Glas mit Kaulquappen – damit die Kinder ihre Entwicklung beobachten können – sagt Boer, aber das Kind ist natürlich er. Zwischen den Tischen ein Baum, den er in seinem nahen Heimatort Giethoorn ausgegraben hat. Auch der alte legendäre Chef’s Table hat im neuen Restaurant einen Platz gefunden. Insgesamt erlebt man hier große kulinarische Kunst ganz entspannt in ungezwungener Atmosphäre.

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